Verkehrsrecht
Raute

Verhalten bei einem Verkehrsunfall

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Verhalten bei einem Unfall

Damit Sie sich bei einem Unfall stets richtig verhalten und Ihre Interessen von Anfang an optimal wahren, beachten Sie bitte Folgendes:
  • Egal, in welcher Weise Sie an einem Verkehrsunfall beteiligt sind, bleiben Sie am Unfallort! Das Gesetz verpflichtet jeden, dessen Verhalten zu einem Verkehrsunfall beigetragen haben kann, zunächst am Unfallort auszuharren. Ausnahmen gelten nur in Notfällen, wenn beispielsweise ein Schwerverletzter versorgt werden muss, den Sie ins Krankenhaus fahren. Unfallflucht wird von den Gerichten hart bestraft!
  • Prüfen Sie die Folgen des Verkehrsunfalls. Gibt es Verletzte? Zur Ersten Hilfe ist jedermann, insbesondere aber jeder Unfallbeteiligte, verpflichtet, soweit die Hilfe erforderlich und nach den Umständen zumutbar ist. Übrigens, Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar!
  • Wenn Sie den Notarzt rufen müssen, versuchen Sie, sich zu konzentrieren. Am besten halten Sie sich an die sogenannten W-Fragen: Teilen Sie der Einsatzzentrale mit, wer meldet (Name, Standort), wo etwas passiert ist (Unfallort) und was passiert ist (Art des Unfalls, Zahl der Verletzten, Art der Verletzungen).
  • Tragen Sie außerdem dazu bei, dass die Unfallstelle ordnungsgemäß abgesichert wird. Das bedeutet: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen. In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass das Warndreieck richtig aufgestellt wird, also etwa 100 m vor der Unfallstelle.

Beweismittel sichern

Unfallspuren sind die sichersten und besten Beweismittel. Deshalb dürfen sie nicht beseitigt werden, bevor die erforderlichen Feststellungen durch die Polizei oder den Verkehrsunfalldienst getroffen sind.
Als Faustregel gilt: Bei schweren Unfällen sollten die unfallbeteiligten Fahrzeuge bis zum Eintreffen der Polizei nicht verändert werden. Bei Bagatellunfällen sind Sie verpflichtet, die Fahrzeuge unverzüglich an den Straßenrand zu fahren bzw. zu schieben, um den fließenden Verkehr nicht unnötig zu gefährden.
Gibt es Zeugen? Fragen Sie die Personen am Unfallort danach, ob sie den Unfall beobachtet haben und ob sie bereit sind, als Zeuge auszusagen. Notieren Sie sich deren Namen und Anschriften. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung kommen auch die Insassen Ihres Fahrzeugs als Zeugen in Betracht. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um Familienangehörige, Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen usw. handelt. Hilfreich sind auch Fotos, die die Unfallstelle, die Anordnung der beteiligten Fahrzeuge nach dem Unfall und die Unfallschäden der beteiligten Fahrzeuge dokumentieren.

Keine Schuldanerkenntnis

Selbst wenn Sie sich am Unfall mitschuldig fühlen, sollten Sie sich davor hüten, am Unfallort pauschale Schuldanerkenntnisse abzugeben. Sie können sonst erheblichen Ärger mit Ihrer eigenen Versicherung bekommen. Sie als Versicherungsnehmer sind nämlich berechtigt, ohne Zustimmung Ihrer Versicherung eine Schuld ganz oder teilweise anzuerkennen.
Vor allem bei schweren Unfällen mit Personenschäden oder der Gefahr strafrechtlicher Sanktionen (z. B. Führerscheinentzug) sowie in Zweifelsfällen, wie insbesondere bei unklarer Schuldfrage oder bei Streit über die Höhe des Ersatzanspruchs empfiehlt es sich dringend, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Die Kosten für die Durchführung zivilrechtlicher Ansprüche müssen Ihnen von der gegnerischen Versicherung erstattet werden, soweit sich die geltend gemachten Ansprüche als berechtigt erweisen.
Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Ihnen eine kostenlose Schadensregelung unter der Bedingung angeboten wird, dass Sie Ihre Ersatzansprüche abtreten. Solche Angebote sind oft nicht zu Ihrem Vorteil!

Versicherung informieren

Ihre eigene Versicherung müssen Sie innerhalb einer Woche schriftlich informieren, auch wenn Sie nicht an dem Unfall schuld sind. Der Tod eines Unfallbeteiligten ist sogar gesondert innerhalb von 48 Stunden telegrafisch anzuzeigen.

TIPP:

Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, Ihnen unangenehme oder für Sie nachteilige Begleitumstände des Verkehrsunfalls "auszublenden", also unerwähnt lassen. Sprechen Sie in jedem Fall erst einmal mit Ihrem Anwalt darüber. Anderenfalls riskieren Sie den Verlust des Versicherungsschutzes.
 
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