Arbeitsrecht
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Kündigungsfristen

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In den meisten Fällen muss eine Kündigungsfrist eingehalten werden. Wichtig ist der zeitliche Rahmen. Erst ab Zustellung der Kündigung beginnt die Kündigungsfrist. Auch für Klagefristen für Kündigungsschutzklagen beginnt die Laufzeit erst ab Zugang der Erklärung. Bei der außerordentlichen (fristlosen) Kündigung muss die Kündigung dem Arbeitnehmer innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen zugehen, nachdem der Arbeitgeber von dem Kündigungsgrund Kenntnis erhalten hat.

Wichtig:

  • Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen (elektronische Post reicht nicht), sonst ist sie unwirksam!
  • Ob Sie eine Kündigung bekommen oder selbst eine schreiben, lassen Sie sich diese von der anderen Vertragsseite gegenzeichnen, damit es keine Unstimmigkeiten hinsichtlich des Beginns der Kündigungsfrist gibt.

Einspruch / gerichtliche Auseinandersetzung

Hält der Arbeitnehmer die Kündigung für sozial ungerechtfertigt, kann er innerhalb einer Woche nach der Kündigung Einspruch beim Betriebsrat einlegen, der gegebenenfalls eine Verständigung mit dem Arbeitgeber versucht.
Scheitert dieser Versuch, kann innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung die Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erhoben werden, anderenfalls wird die Kündigung nach Ablauf der Frist wirksam.
Bei unverschuldeter Versäumnis der Frist hat das Gericht auf Antrag des Arbeitnehmers die Klage nachträglich zuzulassen.

Achtung, Fristen einhalten!

Wer finanzielle Forderungen mehr als drei Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses einreicht, hat keinen rechtsgültigen Anspruch mehr auf das Geld. Mit diesem Urteil erteilte das Bundesarbeitsgericht der Klage einer Rundfunkanstalt aus Baden-Württemberg eine Absage (AZ: 5 AZR 680/00). Diese hatte von einem ehemaligen Mitarbeiter zu viel gezahlte Honorare zurückgefordert.
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